Mosaik-Schule (Anerkannte Tagesbildungsstätte)
Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Abschluss Klassen 12

Lingen: Abschluss an der Tagesbildungsstätte

Lingen. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ haben 17 Schüler der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrkräften ihren Schulabschluss mit einem Gottesdienst in der Johanneskirche gefeiert.


 


17 Schüler der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes haben in der Johanneskirche mit ihren Eltern und Lehrern Abschied von der Schulzeit genommen. Foto: Christophorus-Werk

 

Nach zwölf Schuljahren, in denen sie neben dem schulischen Wissen auch lebenspraktische Fähigkeiten erworben haben, gehen sie nun neue und jeweils eigene Wege.

In den vergangenen Jahren sind die Schüler einander vertraut geworden, haben Freundschaften geschlossen, sich aufeinander verlassen und einander Halt und Sicherheit gegeben. Mehr als es an den meisten Schulen üblich ist. Denn die Tagesbildungsstätte (Tabi) ist eine Einrichtung des Christophorus-Werks und ein Lernort für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung.

Vertrauen ist das Schlüsselwort. Pastorin Heike Mühlbacher ruft die Absolventen dazu auf, sich künftig in ihrem neuen Umfeld daran zu erinnern, dass jeder Einzelne zählt und dazu beiträgt, die Gemeinschaft stark zu machen. Sie vergleicht in ihrer Ansprache das Reich Gottes mit einem Senfsamenkorn, das sehr klein und kaum sichtbar ist. „Wächst daraus die zarte Pflanze heran, hat sie allein keine Chance. Erst wenn viele Pflanzen zusammenstehen, stützen sie sich gegenseitig und können gemeinsam wachsen.“

Jetzt wartet der Beruf

Die Schüler der elften Klassen singen zum Abschied ein Lied, das sie mit choreografischen Elementen in Szene setzen. Sie überreichen jedem Einzelnen eine als Geschenk verpackte Pinnwand, die symbolisch für das Netz steht, das die Ehemaligen miteinander verbindet und an die gemeinsame Zeit erinnert. Es ist das 22. Mal, dass Tabi-Leiter Hermann Kiepe Schüler verabschiedet: „Ihr seid ein besonderer Jahrgang. Ihr habt Euch mit Euren unterschiedlichen Persönlichkeiten akzeptiert und respektiert, seid gemeinsam gewachsen und habt unsere Schulgemeinschaft bereichert.“ Begleitet von den Lehr- bzw. pädagogischen Fachkräften Ines Titulla, Simon Klus, Barbara Dulle und Denise Horstmann hätten sie in einem beschützenden Rahmen gelernt, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. „Lebt jeden Tag bewusst und freut Euch auf die Herausforderungen.“

Während der letzten zwei Schuljahre haben die Absolventen Berufsorientierungsmaßnahmen durchlaufen und stellen sich nun den Herausforderungen des Berufslebens: Sieben ehemalige Schüler werden im Berufsbildungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zwei Jahre für eine Werkstatttätigkeit qualifiziert. Sie lernen verschiedene Arbeitsbereiche der WfbM kennen und können wählen, ob sie später in der Verpackung, Montage, Holz- oder Metallbearbeitung, in der Schleifwerkstatt oder auf einem Außenarbeitsplatz arbeiten möchten.

Vier Jugendliche gehen zum Berufsvorbereitungsbereich, wo sie innerhalb eines Jahres die Fähigkeiten erwerben, die sie für eine Berufsausbildung benötigen. Bei zwei Schülern ist noch unklar, ob ihre Fähigkeiten den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes oder der WfbM entsprechen. Deshalb durchlaufen sie zunächst eine betriebliche Erprobungsphase. Und die Tagesförderstätte nimmt zwei Jugendliche mit schweren Mehrfachbehinderungen auf.