Mosaik-Schule (Anerkannte Tagesbildungsstätte)
Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Aktionstag Mai 2014

Leben mit Handicap: 400 Leute demonstrieren in Papenburg  


Papenburg. Rund 400 Menschen mit und ohne Behinderung des St.-Lukas-Heimes in Papenburg, der St.-Vitus-Werke in Meppen sowie des Christophorus-Werkes in Lingen haben am Montag in Papenburg für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung demonstriert. Sie forderten am Aktionstag „Leben mit Handicap“ mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Handicap und eine bessere Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

Wünsche für das Leben in einer inklusiven Gesellschaft formulierten Vertreter des Gesamtelternrates des St.-Lukas-Heimes in Papenburg. Sie forderten eine aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderung an einem barrierefreien Leben, mehr Selbstbestimmung, die Möglichkeit von Bildung und Weiterbildung als Voraussetzung für eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt sowie mehr Toleranz in der Freizeit gegenüber Menschen mit Handicap.

Mit pantomimischen Darstellungen wiesen die Demonstrationsteilnehmer auf ihre Probleme im Alltag hin, die sie wegen ihres Handicaps zu bewältigen haben. Diese Probleme fingen beim Abwasch und Bügeln an, reichten aber bis hin zu Problemen beim Treppensteigen oder der Erledigung schwerer Arbeiten. Ihre Forderungen übergaben die Elternvertreter an die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Sigrid Kraujuttis, und an den Papenburger Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU).

Kraujuttis sagte, man müsse ein „Leben mit Handicap in einer inklusiven Gesellschaft ermöglichen“. Das bedeute eine gleiche Behandlung von Menschen mit und ohne Behinderung im Supermarkt genauso wie am Arbeitsplatz, wie sie sagte. Gleichzeitig brauche eine solche Gleichbehandlung Zeit, um sich in der Gesellschaft festzusetzen.

„Barrieren im Kopf“

Ursula Mersmann, Behindertenbeauftragte des Landkreises Emsland, sagte, die Gesellschaft müsse „noch Barrieren im Kopf abbauen“, um der Inklusion letztlich zum Erfolg zu verhelfen. „Das Wichtigste ist, dass wir unsere Herzen öffnen“, sagte Mersmann mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung bei der Umsetzung der Inklusion. Dennoch müsse man auch gewachsene Strukturen wie die der drei Einrichtungen im Emsland aufrechterhalten. Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern entscheiden, ob sie in eine Behinderteneinrichtung gehen oder an eine inklusive Schule, so Mersmann.

Bürgermeister Bechtluft stimmte ihr zu. Gerade die Tagesbildungsstätten seien wichtig für das Leben von jungen Menschen mit Behinderungen. Die Schwierigkeit bestehe darin, bestehende Angebote mit der Inklusion zu verbinden. „Inklusion richtig zu machen ist ganz schön schwierig. Am wichtigsten sind Normalität und Selbstverständlichkeit“, meinte Bechtluft.

Begleitet wurde die Demonstration auf dem Kinovorplatz von der Band Ramba-Zamba des familienentlastenden Dienstes des St.-Lukas-Heimes. Die Grundschule Waldschule führte zudem eine Tanzchoreografie zum „Piet-Song“ auf.

Auch wir aus Lingen waren dabei: