Mosaik-Schule (Anerkannte Tagesbildungsstätte)
Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Aktionstag Mai 2015





 



Ankündigung zum Aktionstag 7. Mai

Übersetzung in Leichte Sprache | Jan-Hendrik Heemsoth

 

 

 

Aktions-Tag für Inklusion in Lingen

 

Es gibt einen besonderen Aktions-Tag für Inklusion.
Er heißt:

„Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.“
Der Aktions-Tag ist jedes Jahr im Mai.


An diesem Tag gibt es viele Aktionen zum Thema Inklusion.

Denn Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Rechte haben, wie Menschen ohne Behinderung.

 

Viele Menschen machen mit beim Aktions-Tag.
Sie machen Aktionen überall in Deutschland.

Auch in Lingen gibt es Aktionen.

Menschen aus dem ganzen Emsland kommen nach Lingen.
Sie machen mit bei den Aktionen.

Sie wollen, dass sich Menschen mit Behinderung
und Menschen ohne Behinderung besser kennen lernen.
Damit sie sich gut verstehen können.

In Lingen ist der Aktions-Tag am 7. Mai.
Dann gibt es eine Bühne auf dem Universitäts-Platz.

Auf der Bühne erzählen verschiedene Menschen etwas über Inklusion.
Zum Beispiel: Dieter Krone.

Dieter Krone ist der Ober-Bürgermeister von Lingen.
Es gibt auch Musik. Und einen Film.

In dem Film sieht man:


 


So ist Lingen für Menschen im Rollstuhl.
Und es gibt noch mehr Aktionen.

 

Die wichtigsten Informationen:

 

Was?             „Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ Wann?            Am 7. Mai ab 10:45 Uhr.
Wo?               Auf dem Universitätsplatz in Lingen.


       




 

Auf dem Universitätsplatz

Aktionstag zur Inklusion am 7. Mai in Lingen


Am 7. Mai laden das Christophorus-Werk Lingen, das St. Vitus-Werk Meppen und das Lukasheim aus Papenburg alle Bürger zum Aktionstag auf den Universitätsplatz nach Lingen ein. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Der Satz, der wie der Reifen eines Rollstuhlfahrers gebogen ist, ziert ein Plakat zum Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Lingen: „Die einzige Behinderung ist eine schlechte Einstellung.“ Am 7. Mai werden in der Stadt Menschen mit Handicap mit ihren Angehörigen aus dem ganzen Emsland erwartet – und aus Sicht der Veranstalter hoffentlich nicht nur sie.

Leider sei es häufig so, dass Bürger, die nicht selbst oder innerhalb der Familie mit dem Thema zu tun hätten, solchen Veranstaltungen fernblieben, sagt Heike Hagemann. Ihre beiden Pflege- und Adoptivkinder sind geistig behindert. Sie leiden an einem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS). Damit ist eine vorgeburtliche Hirnschädigung des Kindes durch den von der schwangeren Mutter aufgenommenen Alkohol gemeint.

„Bevor ich behinderte Kinder hatte, war mir nicht klar, was das im Alltag bedeutet“, betont sie. Die anderen Elternvertreter in der Runde nicken. Niemand von ihnen möchte sein Kind missen – doch sie alle wollen mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen von anderen ohne Handicap.

 

Dafür werben sie mit dem alljährlichen Aktionstag im Emsland, der am 7. Mai auf dem Universitätsplatz in Lingen stattfindet. Von drei Standorten aus werden Teilnehmer aus den Einrichtungen des Christophorus-Werkes in Lingen, des Vitus-Werkes in Meppen und des Papenburger St.-Lukas-Heims dorthin marschieren.

Auf dem Platz in der Innenstadt unweit des Marktplatzes gibt es ab 10.45 Uhr ein Bühnenprogramm. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone wird eine Ansprache halten, es gibt Präsentationsstände und außerdem Musik von der Schülerband der Marienschule.

Wie erlebt ein Mensch mit Handicap die Umgebung, in der er lebt und arbeitet? Rollstuhlfahrer Marc Borschel hat im wörtlichen wie übertragenen Sinne einen anderen Blickwinkel. Ein Filmteam hat Borschel, der in der Lingener Stadtverwaltung arbeitet, durch die Stadt begleitet. Wie sieht es aus mit der Barrierefreiheit bei Eingängen zu Behörden, Geschäften und Cafés? Der Filmbeitrag ist ebenfalls auf dem Aktionstag zu sehen.

In Lingen ist in den letzten Jahren in dieser Richtung viel getan worden. Gleichwohl ist noch einiges zu tun, wie die Elternvertreter aus Lingen im Gespräch mit der Redaktion deutlich machen. So verweisen sie zum Beispiel auf das Linus-Bad in der Stadt. Dort mangele es an geräumigeren Umkleidekabinen und Wickeltischen für größere Behinderte. Ärgerlich sei auch, dass es in Lingen immer noch keinen Behindertenbeauftragten als Ansprechpartner gebe, kritisiert Klaus Albers. Wie lange wolle sich das die größte und wirtschaftlich stärkste Kommune im Emsland leisten? „Es wird immer gesagt, dass dieser ehrenamtlich arbeiten müsse. Warum eigentlich?“, fragt Albers, Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern, davon zwei mit einer geistigen Behinderung.

 

 
07. Mai 2015 Aktionstag für Menschen mit Handicap
Aktionstag in Lingen: Jeder darf anders sein
Aus dem ganzen Emsland kamen am Donnerstag Bürger zum Aktionstag für Menschen mit Behinderungen nach Lingen. Foto: Thomas PertzAus dem ganzen Emsland kamen am Donnerstag Bürger zum Aktionstag für Menschen mit Behinderungen nach Lingen. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Zahlreiche Bürger mit Handicap, ihre Angehörigen und die großen Behinderteneinrichtungen im Emsland haben am Donnerstag in Lingen beim Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen demonstriert. Auf dem Universitätsplatz ließen sie zum Abschluss der Kundgebung Hunderte Luftballons in die Luft steigen.

Denen wird irgendwann die Luft ausgehen, sicher aber nicht den Angehörigen und Einrichtungen wie dem Christophorus-Werk in Lingen, dem St.-Vitus-Werk in Meppen und St.-Lukas-Heim in Papenburg, die sich für Menschen mit Handicap stark machen. Klaus Albers ist einer von ihnen. Der Lingener ist Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern, davon zwei mit einer geistigen Behinderung. Albers verwies darauf, dass der Weg bis zur Umsetzung der Inklusion noch ziemlich lang sei. Zuvor hatte er auf dem Platz Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und die Behindertenbeauftragte des Landkreises Emsland, Ursula Mersmann, begrüßt.

Gute Nachrichten hatte der Oberbürgermeister mitgebracht, was die seit Langem in der Stadt Lingen erhobene Forderung anbelangt, das Amt eines Behindertenbeauftragten zu schaffen. „Was der Landkreis schon lange hat, wollen wir auch in Lingen“, betonte Krone. In den nächsten Wochen sei alles „unter Dach und Fach“. Der Verwaltungschef forderte abschließend dazu auf, niemanden in der Gesellschaft auszugrenzen, ob mit oder ohne Handicap. „Jeder darf anders sein“, erklärte der Oberbürgermeister.

Gute Ansätze

Auch Ursula Mersmann als Behindertenbeauftragte des Landkreises sprach sich dafür aus, die im Kreis bereits vorhandenen guten Ansätze fortzuführen. Wie das in der Praxis aussieht, erläuterte Projektleiter Hermann Plagge von „InduS“ (Inklusion durch Sport). Plagge verwies auf inzwischen 55 Sportvereine im Landkreis, die über inklusive Sportangebote verfügen.

Wie erlebt ein Mensch mit Handicap die Umgebung, in der er lebt und arbeitet? Rollstuhlfahrer Marc Borschel weiß es aus eigenem Erleben. Der Kaufmann für Bürokommunikation arbeitet bei der Lingener Stadtverwaltung. Ein Filmteam hat ihn auf seinem Weg durch die Stadt begleitet. Der Film wurde im Rahmen des Aktionstages gezeigt und zollte den Betrachtern Respekt vor dem 29-Jährigen und der Art und Weise ab, wie er mit seinem Handicap umgeht.

Michael Schikora, Werkstattsprecher beim Christophorus-Werk, forderte die Betriebe auf, bei Einstellungen Menschen mit einem Handicap nicht zu vergessen. „Inklusion fängt in den Köpfen an“, betonte Schikora. Sie dürfe sich nicht zu einer Sparmaßnahme entwickeln.

 

KOMMENTAR

Lächeln geht immer

Thomas Pertz Von Thomas Pertz

Kein Blatt vor den Mund nehmen Eltern von Kindern mit Handicap, wie Donnerstag beim Aktionstag in Lingen, wenn es um die Wahrnehmung ihrer Interessen geht – richtig so. Einen ziemlich langen Bart hatte nämlich der Mann auf der Bühne, der immer noch auf den Behindertenbeauftragten der Stadt Lingen wartet. Der Bart war falsch, das Problem echt.

Die Bretter sind dick, die Betroffene bohren müssen, auch wenn im Emsland bei der Umsetzung der Inklusion, der echten Teilhabe von Menschen mit Behinderung, schon einiges erreicht ist. Dafür sorgen auch engagierte Einrichtungen der Behindertenhilfe in Lingen, Meppen und Papenburg, ebenso wie viele ehrenamtlich engagierte Bürger.

Dass die Stadt Lingen beim Thema Behindertenbeauftragter die Kurve zu kriegen scheint, ist zu begrüßen, wenn auch überfällig. Ohnehin bleibt noch viel zu tun – nicht nur, was das Abflachen von Bürgersteigen für Rollstuhlfahrer anbelangt. Richtig ist aber auch: Inklusion ist nicht nur eine staatliche Aufgabe, sondern auch eine persönliche. Sie fängt schon damit an, nicht betreten wegzuschauen, wenn sich jemand anders bewegt oder gibt. Und wenn keine Verständigung möglich ist: Lächeln geht immer.